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Freitag, 30. September 2016

[Blogparade] Ich find mich mörderisch gut #MörderischGut


Am 23.09. ist der neuste Grefrath - Krimi "Liebe vertagen, Mörder jagen" von der Autorin Vera Nentwich erschienen.
Aus diesem Grund wurde die Blogparade "Ich find mich mörderisch gut" ins Leben gerufen.
Ihr könnt im Zeitraum vom 23.09. - 10.10.16 auf vielen tollen Blogs Beiträge finden und erfahrt nebenbei noch was an dem Blogger #MörderischGut ist.


Heute bin ich an der Reihe und ich hoffe das dieser Beitrag einige zum Nachdenken anregt und ich damit vielleicht auch einige Denkweisen ändere (Ein Versuch ist es immerhin wert)
Die Protagonistin Biene aus Vera Nentwichs Krimi-Reihe fand ich schon immer nich nur sehr außergewöhnlich, sondern sie ist für mich eine Powerfrau.
Wir haben einiges gemeinsam, sie lebt nicht nur wie ich in Nordrhein-Westfalen (wobei Grefrath fast vor meiner Haustür liegt), sondern wir sind auch beide sehr neugierig und akzeptieren Menschen so wie sie sind.
Womit ich damit auch direkt zu meinem "Ich finde mich mörderisch gut" komme.
Leider musste ich schon in jungen Jahren früh feststellen, das Akzeptanz bei vielen ein Fremdwort ist.
Bei mir fing es ab der Pupertät an, die Pickel sprießten wie Unkraut, die Pfunde an meinen Hüften nahmen zu und ich steckte lieber meine Nase in Bücher  anstatt irgendeinen Teenie-Kram zu machen.
Schnell wurde ich zum Mobbingopfer.
Meine Jugend, zumindest die ersten  3 Jahre, waren für mich eine verdammt schwere Zeit. "Beste Freunde" zeigten ab meinen Veränderungen plötzlich ihr wahres Gesicht.
Der Weg zur Schule wurde regelrecht ein Kampf für mich, man lauerte mir auf. Anfangs waren es unschöne Beleidigungen, Sprüche wie "Pickelfresse" waren für mich noch zum aushalten. Später folgten Schläge, selbst Übergriffe in der Schule und im Unterricht gehörten zu meinem Alltag, oder man klaute mein Essensgeld, da sie alle der Meinung waren ich eh schon zu "fett" sei und nichts mehr essen müsste.
Ich verstand damals die Welt nicht mehr, denn mir war nicht klar, warum mein Äußeres sie so reagieren ließ.
Heute weiss ich der Grund für sie waren die Pickel und das leichte "Übergewicht", was selbst einer Kochlehrerin ein Dorn im Auge war.
Gerade in der Pubertät nimmt man sich das alles sehr zu Herzen. Ich versuchte mich für andere "Menschen" zu ändern, nur um endlich Ruhe zu bekommen.
Es führte dazu, das ich bei einer Größe von 1,70m anfing mich runter zu hungern auf sage und schreibe 45 kg, ich ließ mir sämtliche Pickel-Mittel kaufen, nur um den anderen zu gefallen und akzeptiert zu werden.
Aber jeder Versuch brachte nichts, denn sie fanden immer wieder neue Gründe und ich konnte diesem Terror nicht entfliehen.
Aus Angst fing ich an die Schule zu schwänzen, ich ging morgens aus dem Haus und kam Mittags wieder Heim.
Das ging einige Zeit gut, bis meine Tante mich damals erwischte wie ich morgens in einem Stadtpark saß, obwohl ich eigentlich ja in der Schule hätte sein müssen.
Wir führten damals lange Gespräche und sie merkte schnell was Sache war, sie baute mich nach und nach wieder auf und zeigte mir, das ein paar Pickel und einige Kilos mehr noch lange keinen schlechte Menschen aus einem machen. Durch sie lernte ich das es nicht meine Schuld war, das man mich zum Opfer auserkoren hatte, ich beleidigte mit meinem Aussehen nicht meine Mitmenschen, nur weil mir die Pubertät so übel mitgespielt hat.
Das alles hat mich stark geprägt und hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin!
Im Nachhinein weiß ich jetzt das ich mich für niemanden verbiegen muss, denn jeder Einzelne von uns ist nicht nur liebenswert, sondern jeder ist auf seine Art PERFEKT so wie er ist.
Ich akzeptiere JEDEN meiner Mitmenschen so wie er ist, ob dick oder dünn, weiß oder schwarz,  klein oder groß, ob im falschen Körper geboren oder ob er Männer oder Frauen liebt, mir ist es völlig egal, so lange der Mensch glücklich ist.
Denn hinter jedem von uns steckt ein Mensch mit Herz und Gefühl, das was wirklich zählt sind die inneren Werte und der Charakter.

Kommentare:

  1. Liebe Katja,
    ein wirklich herzergreifender Beitrag. Ich kann mich so in dein Jugendliches Ich hineindenken. Ich wurde in der Schule mit "Oben rot unten tot" jeden Morgen begrüßt und habe mich dann in meiner Bücherwelt versteckt. Morgen treffe ich nach 18 Jahren einen großen Teil der Mädels aus meiner Klasse bei einem Junggesellenabschied wieder. Bin mal gespannt wie es wird.
    Ich hoffe dein Beitrag öffnet bei dem ein oder anderen die Augen und Ohren für das Thema.
    LG Kerstin

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  2. Liebe Katja, was für ein toller und offener Artikel. Welch Glück, dass dich deine Tante gefunden hat. Nicht auszudenken, wie es sonst weitergegangen wäre. So etwas prägt das ganze weitere Leben und man kann deinen Aufruf, alle menschen so zu nehmen, wie sie sind, nicht genug teilen. Gerade in diesen Zeiten, wo Menschen wieder zunhmend aufgrund ihres Aussehens, ihrer Religion oder anderen Nebensächlichkeiten diskrimiert werden.
    Herzlichen Gruß,
    Vera

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  3. Liebe Katja,
    ich habe echt Gänsehaut bekommen, beim Lesen. Ich danke dir für deinen ehrlichen Beitrag zu diesem Thema. Ich kenne dich nicht, aber bleib so wie du bist, denn du bist wunderbar. Pass auf dich auf und habe noch eine schöne Lesezeit!
    Lg Alex von Lesebuch

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  4. Liebe Katja,

    bei deinem Beitrag habe ich eine richtige Gänsehaut bekommen und die Tränen standen mir in den Augen.
    Ich weiß aus meiner eigenen Erfahrung, wie grausam Kinder und Jugendliche sein können.
    Ich freue mich so sehr mit dir, dass deine Tante dich beim Schwänzen gefunden hat und dir bei Seite stand.
    Pass weiterhin gut auf dich auf. :o)

    Liebe Grüße
    Yvonne

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